Das VCM-Wochenende bietet auch abseits der Marathon-Distanz spannende Herausforderungen. Etliche heimische Talente freuen sich auf die tolle Atmosphäre und wollen auf der großen Bühne gut performen. Timo Hinterndorfer im Halbmarathon und Cordula Lassacher im 5km-Lauf wollen an erfolgreiche Auftritte in den letzten Jahren anknüpfen.
Timo Hinterndorfer (DSG Wien), der den Wiener Städtische Halbmarathon bereits vor zwei Jahren in einem emotionalen Alleingang gewonnen hat, nimmt am Sonntag seinen eigenen ÖLV U23-Rekord von 1:02:34 Stunden ins Visier. „Ich habe mich in den letzten Jahren gut und sukzessive weiterentwickelt“, erklärt der 21-Jährige. „Natürlich ist nicht immer alles nach Plan gelaufen, aber ich habe mich auf allen Distanzen Schritt für Schritt verbessert und das stimmt mich positiv.“ Der Wiener erinnert sich gerne an die Emotionen von vor zwei Jahren, als er im Alter von 19 Jahren als Sieger des Wiener Städtische Halbmarathon ins Ziel gelaufen ist. Dass er gut in Form ist, zeigt seine persönliche Bestleistung von 1:02:34 Stunden, die er vor drei Wochen beim Berliner Halbmarathon aufgestellt hat.
Über die persönliche Bestleistung zur WM
Diese würde er gerne am Sonntag steigern und hofft, im Spitzenfeld des Marathons der Männer ein harmonisches Umfeld für diese Zielsetzung zu finden. Damit rückt auch das ÖLV-Limit für den Halbmarathon bei den Straßenlauf-Weltmeisterschaften 2026 im Herbst in Kopenhagen in den Fokus – es liegt bei 1:02:30 Stunden.
Neben Hinterndorfer sind noch drei weitere heimische Topathleten im Wiener Städtische Halbmarathon am Start. Felix Geieregger (run2gether), Dritter bei den Halbmarathon-Staatsmeisterschaften 2023, Timon Theuer (Union St. Pölten) und Routinier Lemawork Ketema (SVS Leichtathletik), der 2019 beim Vienna City Marathon mit seinem damaligen ÖLV-Rekord sein sportliches Karrierehighlight gesetzt hat, wollen ebenfalls sich ebenfalls mit einer guten Leistung präsentieren. Der 40-jährige Olympia-Teilnehmer von Sapporo 2021 hatte in den letzten Jahren mit diversen Verletzungen und Beschwerden zu kämpfen und freut sich auf die Rückkehr auf die Bühne des VCM.
Larissa Matz Favoritin bei den Frauen
Spannung verspricht auch der Halbmarathon der Frauen mit Larissa Matz und Nicole Bauer (beide ULC Riverside Mödling). Die zweifache Staatsmeisterin Matz hat mit ihrer persönlichen Bestzeit beim Vienna Calling Halbmarathon am 8. März in 1:12:41 Stunden ihr Potenzial aufgezeigt. Eine Erkrankung warf sie jedoch auf dem Weg zu einer geplanten Marathonpremiere in Wien aus dem Rhythmus. Sie entschied sich kurzfristig, den Halbmarathon zu bestreiten. „Ich nehme das Rennen als wichtigen Trainingsreiz für mich. Die Atmosphäre am VCM-Tag ist etwas ganz Besonderes und die will ich unbedingt als aktive Teilnehmerin erleben“, sagt die 24-Jährige, die vor kurzem ihr Jus-Studium an der Universität Wien abgeschlossen hat.
Bauer nahm im vergangenen Sommer an den U23-Europameisterschaften teil und bestritt dort den 5.000m-Lauf. Im Dezember vertrat sie den Österreichischen Leichtathletik-Verband bei den Crosslauf-Europameisterschaften. Die 21-Jährige freut sich auf ihre Halbmarathon-Premiere am Sonntag: „Ich habe im Wintertraining gemerkt, dass mir die langen Distanzen liegen. Und so ist über die letzten Monate der Gedanke gereift, dass ich einen Halbmarathon laufen und damit etwas Neues ausprobieren möchte. Der VCM ist genau der richtige Ort dafür!“, freut sie sich auf die Laufbegeisterung an der Strecke.
Spannender Vienna 5K
Ein chronologisch erstes spitzensportliches Highlight setzt der Vienna 5K am morgigen Abend. Im Frauenrennen fordert ein starkes heimisches Duo die deutsche Favoritin Hanna Klein, ehemalige Hallen-Europameisterin im 3.000m-Lauf. Cordula Lassacher (Atus Knittelfeld) war bereits im vergangenen Jahr beim Vienna 5K dabei und verpasste als Zweite nur knapp den Sieg. Nachdem sie im Winter ihren Fokus auf Grundlagenausdauer gelegt und sich erfolgreich längeren Distanzen gewidmet hat, wie die ÖLV-Bestleistung im 15km-Lauf sowie eine deutliche Halbmarathon-Bestleistung von 1:12:15 Stunden, jeweils im Rahmen der VCM-Winterlaufserie, belegen, ist nun der Zeitpunkt für kürzere Distanzen gekommen.
„Ich freue mich sehr auf mehr Speed in den Wettkämpfen. Der Vienna 5K kommt dafür wie gerufen“, so die 21-Jährige. Als zweite starke heimische Athletin feiert Lisa Redlinger (TS Lustenau) ihre Premiere auf der Bühne des Vienna City Marathon. Die 23-Jährige ist in prächtiger Form, wie ihre Leistung beim Rhylauf in der Schweiz vor vier Wochen zeigt, wo sie nur knapp den österreichischen Rekord im 10km-Lauf verpasst hat.
Bei den Männern ist nach der Absage des Deutschen Maximilian Thorwirth der mehrfache Staatsmeister im 3.000m-Hindernislauf, Tobias Rattinger (LAC BMD Amateure Steyr), in der Favoritenrolle.
Impulse für den österreichischen Laufsport
VCM-Geschäftsführerin Kathrin Widu weiß um die Bedeutung der heimischen Topläuferinnen und Topläufer nicht nur im Marathon, sondern auch in den weiteren Bewerben des VCM-Wochenendes: „Sie begeistern die Fans und die Laufcommunity. Wir geben ihnen beim Vienna City Marathon die bestmögliche Unterstützung.“ VCM-Geschäftsführer Dominik Konrad ergänzt: „Mit einem professionellen Umfeld wollen wir Impulse für den österreichischen Laufsport in Nachwuchs und Spitze setzen. Das Antreten heimischer Spitzenläuferinnen und Spitzenläufer trägt zur mitreißenden Stimmung an der Strecke bei.“