57:30 Minuten von Yomif Kejelcha bleiben gültig
Die Halbmarathonzeit von Jacob Kiplimo, der über die 21,0975 km lange Strecke vor knapp einem Jahr in Barcelona mit 56:42 Minuten so schnell gelaufen ist wie kein anderer zuvor, wird nicht als Weltrekord anerkannt. Wie verschiedene internationale Medien Anfang Februar berichteten, lehnte das entsprechende Gremium des internationalen Leichtathletik-Verbandes World Athletics die Ratifizierung dieser Leistung ab. Hintergrund ist, dass der Läufer aus Uganda von regelwidriger Unterstützung profitiert hat.
Windschatten & Coaching
Jacob Kiplimo lief während des Rennens in Spanien über weite Strecke sehr dicht hinter dem Uhren-Fahrzeug. Der Abstand zwischen dem Läufer und dem Auto betrug offenbar meist zwischen zehn und fünfzehn Metern. Dies, so heißt es, sei so dicht, dass Kiplimo von einem Windschatten profitierte, was nicht dem Regelwerk entspricht. Zudem habe der dreifache Crosslauf-Weltmeister während des Rennens offenbar von einem Coach Informationen erhalten, was ebenfalls nicht zugelassen wird.
Leistungssprung wäre riesig gewesen
Wäre die Siegzeit von 56:42 Minuten anerkannt worden, wäre es die deutlichste Verbesserung in der gut 40-jährigen Aufzeichnung von Halbmarathon-Bestzeiten bei den Männern gewesen. Als erster Läufer wäre er unter der 57-Minuten-Marke geblieben. Zudem wären wahrscheinlich auch Kiplimos Zwischenzeiten von 39:47 (15 km) und 53:42 (20 km) als Weltbestzeiten geführt worden.
Kejelcha bleibt Weltrekordler
Halbmarathon-Weltrekordler ist damit weiterhin Yomif Kejelcha mit 57:30 Minuten. Der Äthiopier war diese Zeit in Valencia im Oktober 2024 gelaufen und hatte damit den vorherigen Weltrekord von Jacob Kiplimo um eine Sekunde unterboten. Beide Läufer, Kiplimo und Kejelcha, werden beim London Marathon am 26. April aufeinandertreffen.
Joshua Cheptegei siegt in Dubai
In Vorbereitung auf London befindet sich auch Joshua Cheptegei, der Weltrekordler über 5.000 und 10.000 Meter aus Uganda. Er hat am 8. Februar den Halbmarathon in Dubai in 59:26 Minuten knapp vor Nicholas Kipkorir (Kenia/59:28) und dem Marathon-Weltmeister Alphonce Simbu (Tansania/59:30) gewonnen.
Der Deutsche Richard Ringer erreichte an siebter Stelle in 61:07 Minuten die zweitschnellste Halbmarathonzeit seiner Karriere. Im vergangenen April hatte er in Berlin 60:51 erreicht. Ringer, der sich vor vier Wochen in Valencia über 10 km auf 27:39 gesteigert hatte, wird im April den Boston-Marathon laufen.
Schnellste Frau war in Dubai Irene Cheptai. Die Kenianerin, die bei den Olympischen Spielen 2021 den sechsten Platz im 10.000-m-Finale belegt hatte, siegte in 66:57 vor ihrer Landsfrau Daisilah Jerono, die nach 66:59 im Ziel war. Dritte wurde die Äthiopierin Ftaw Zeray mit 67:01. Rang fünf belegte die Britin Alexandra Bell mit 69:35. Auf Platz zehn erreichte Nada Ina Pauer, Ringers Ehefrau aus Österreich, mit 1:20:31 Stunden das Ziel.
VCM News. Text: JW / Race News Service