Und noch viel mehr: EMC-Medaillen in Lissabon, Julia Mayer läuft Halbmarathonrekord, Lisa Redlinger mit Top-10km-Zeit
Oktober ist Marathonmonat mit Events, Events, Events. Bereits am Samstag, 10.10., fand in Lissabon siebte Marathon der European Marathon Classics in diesem Jahr statt. Wetter, Stimmung und Kulisse waren beeindruckend. Zum zweiten Mal nach Warschau wurden EMC-Finishermedaillen vergeben.
Mit Gyli Degirmenci und Daniel Stössl gibt es nach Peter Scheiblhofer weitere EMC-Finisher aus Österreich. Herzlichen Glückwunsch!
Stay tuned, wir werden sie euch vorstellen.
Am Sonntag zeigte Marathonlegende Eliud Kipchoge in Melbourne noch einmal auf. Fast auf den Tag genau sieben Jahre nach seinem 1:59-Marathon am 12. Oktober 2019 in Wien gewann er das Rennen in Australien in Streckenrekordzeit von 2:09:10 Stunden!
In Österreich gingen der Sparkasse Drei-Länder-Marathon am Bodensee und der Graz Marathon in Szene. Der Äthiopier Fikre Bekele Tefera siegte mit Streckenrekordzeit von 2:08:49 Stunden. Die Deutsche Deborah Schöneborn war in 2:41:56 die schnellste Frau.
Beim Graz Marathon zog das Halbmarathonrennen viel Aufmerksamkeit auf sich. Julia Mayer verbesserte ihren eigenen ÖLV-Rekord, den sie erst vor drei Wochen in Kopenhagen gelaufen war, auf 1:10:11 Stunden.
Eine österreichische Topmarke feierte auch Lisa Redlinger als 10-km-Siegerin in München. Mit 31:48 Minuten war sie sogar schneller als Carina Reicht bei ihrem Rekord von 31:56 Minuten. Die Strecke in München ist aufgrund eines leichten Gefälles (21 Meter Höhenunterschied zwischen Start und Ziel) jedoch nicht für Rekorde geeignet.
Amos Kipruto und Hawi Feysa gewinnen Chicago-Marathon mit Topzeiten
Amos Kipruto und Hawi Feysa haben den Chicago-Marathon gewonnen und dabei absolute Weltklassezeiten erreicht. Der 34-jährige Kenianer Kipruto lief 2:01:09 Stunden und rückte damit auf Platz fünf in der Liste der schnellsten Läufer aller Zeiten. Auch der zweitplatzierte Äthiopier Tadese Takele lief mit 2:02:56 eine Weltklassezeit. Dritter wurde sein Landsmann Milkesa Mengesha mit 2:03:46. Titelverteidiger Jacob Kiplimo (Uganda) brach im letzten Teil des Rennens ein und wurde Vierter in 2:04:18.
Nicht wie erhofft lief es für den Deutschen Hendrik Pfeiffer (Düsseldorf Athletics), der auf Platz 22 nach 2:10:17 im Ziel war und die avisierte persönliche Bestzeit deutlich verpasste.
Die fünftschnellste je gelaufene Zeit erzielte auch Hawi Feysa. Die 27-jährige Titelverteidigerin aus Äthiopien gewann in 2:13:33, nachdem sie sich erst auf dem letzten Kilometer von Sharon Lokedi gelöst hatte. Die Kenianerin wurde Zweite in 2:14:07. Dies ist die neuntschnellste je gelaufene Zeit. Als Dritte folgte Brigid Kosgei (Kenia) mit 2:14:55. Es ist das erste Mal, dass drei Läuferinnen in einem Rennen Zeiten von unter 2:15:00 Stunden erreichten.
Gemessen an den beiden Siegzeiten, die zusammengerechnet 4:14:42 Stunden ergeben, war der Chicago-Marathon das fünftschnellste Rennen aller Zeiten.
Das Rennen der Männer
Die Männer liefen lange Zeit ein hohes Tempo, das im Bereich des Streckenrekordes lag, den der zwischenzeitlich verstorbene Kenianer Kelvin Kiptum vor drei Jahren mit 2:00:35 Stunden aufgestellt hatte. Frühzeitig bildete sich eine sechsköpfige Spitzengruppe mit dem Titelverteidiger und Topfavoriten Jacob Kiplimo, den Kenianern Amos Kipruto und Daniel Mateiko sowie den Äthiopiern Boki Diriba, Melkesa Mengesha und Tadese Takele. Diese Gruppe passierte die 10-km-Marke in 28:37 Minuten und den Halbmarathon dann in 60:21.
Mengesha und Boki verloren dann als erste den Kontakt und vor der 30-km-Marke konnten auch Mateiko und der zweimalige Tokio-Marathon-Sieger Takele nicht mehr mithalten. An der Spitze hatten Kiplimo und Kipruto das Tempo noch etwas erhöht, so dass die 30-km-Zwischenzeit von 1:25:28 sogar auf eine Zielzeit von knapp über der Zwei-Stunden-Barriere hindeutete. Doch der Titelverteidiger konnte die Geschwindigkeit nicht mehr halten. Nach 34 km löste sich Kipruto dann von Kiplimo, der in der Folge deutlich zurück fiel und am Ende als Vierter ins Ziel lief.
Der 34-jährige Kipruto gewann zum zweiten Mal ein Rennen der World Marathon Majors, nachdem er 2022 in London triumphiert hatte. Im vergangen Jahr gewann der Kenianer den Hamburg-Marathon mit einem Streckenrekord von 2:03:46 und in diesem Frühjahr war er Vierter in London in 2:01:39. Diese Bestzeit steigerte er nun um eine halbe Minute auf 2:01:09 - es ist genau diese Zeit, mit der Eliud Kipchoge (Kenia) 2022 in Berlin einen Weltrekord aufgestellt hatte. „2024 war ich hier Dritter, im vergangenen Jahr dann Zweiter - jetzt war das Ziel klar: ich wollte unbedingt gewinnen und eine persönliche Bestzeit laufen. Ich hatte eine perfekte Vorbereitung“, sagte Amos Kipruto.
Hendrik Pfeiffer hatte sich in diesem Frühjahr beim Boston-Marathon, dessen Strecke nicht Rekord-konform ist, auf 2:06:34 verbessert. Zuvor war er im Dezember 2025 in Valencia 2:06:45 gelaufen. Ein Ergebnis unter 2:07:00 und möglichst eine persönliche Bestzeit waren das Ziel des 33-Jährigen. Entsprechend schnell lief Hendrik Pfeiffer los. Nach einer 10-km-Zwischenzeit von 29:44 erreichte er den Halbmarathon-Punkt nach 63:02. Doch schon bald darauf konnte er das Tempo nicht mehr halten und bei Kilometer 30 (1:30:27) lag die erwartete Zielzeit bei rund 2:07:15. In der Folge wurde Hendrik Pfeiffer deutlich langsamer und kam schließlich nach 2:10:17 ins Ziel.
Das Rennen der Frauen
Ein sehr schnelles Anfangstempo schlugen im Rennen der Frauen die Titelverteidigerin Hawi Feysa und Brigid Kosgei ein. Die Kenianerin hatte den Chicago-Marathon 2019 in der damaligen Weltrekordzeit von 2:14:04 gewonnen. Die beiden Läuferinnen lagen an der 10-km-Marke mit einer Zwischenzeit von 31:04 bereits klar in Führung. Sie liefen zu diesem Zeitpunkt ein Tempo für eine Zielzeit von knapp über 2:11:00. Kurz vor der 20-km-Marke schlossen die Kenianerinnen Sharon Lokedi und Loice Chemnung zu den beiden Führenden auf. Die Gruppe passierte dann den Halbmarathon in 66:06. Nach Kilometer 25 fiel dann zunächst Chemnung wieder zurück und kurz vor Kilometer 30 war es überraschend Kosgei, die nicht mehr mit Lokedi und Feysa mithalten konnte. Der Zweikampf zwischen der Boston-Siegerin Lokedi und der Titelverteidigerin Feysa setzte sich bis zum letzten Kilometer fort. Dann ging Hawi Feysa an der Kenianerin vorbei und lief noch zu einem deutlichen Sieg. Die Äthiopierin gewann zum dritten Mal in Folge einen großen Herbst-Marathon mit einer persönlichen Bestzeit: 2024 siegte sie in Frankfurt mit einem Streckenrekord von 2:17:25, im vergangenen Jahr lief sie in Chicago 2:14:57 und nun verteidigte sie ihren Titel in Chicago mit 2:13:33.
„Ich bin sehr froh, dass ich erneut gewinnen konnte. Nachdem der Tempomacher bei Kilometer 33 ausgestiegen war, wurde es ein Kampf. Aber ich dachte schon bei 35 km, dass ich gewinnen kann“, sagte Hawi Feysa, die in Addis Abeba zur Trainingsgruppe von Gemedu Dedefo gehört. Die Berlin-Marathon-Siegerin Tigst Assefa ist eine ihrer Trainingspartnerinnen.
Top-Ergebnisse
Männer:
1. Amos Kipruto KEN 2:01:09
2. Tadese Takele ETH 2:02:56
3. Milkesa Mengesha ETH 2:03:46
4. Jacob Kiplimo UGA 2:04:18
5. Boki Diriba ETH 2:05:01
6. Daniel Mateiko KEN 2:05:01
7. Clayton Young USA 2:05:23
8. Charles Hicks USA 2:05:35
22. Hendrik Pfeiffer GER 2:10:17
Frauen:
1. Hawi Feysa ETH 2:13:33
2. Sharon Lokedi KEN 2:14:07
3. Brigid Kosgei KEN 2:14:55
4. Mary Ngugi-Cooper KEN 2:17:23
5. Joan Kilimo KEN 2:18:39
6. Isobel Batt-Doyle AUS 2:20:38
7. Emma Hurley USA 2:20:47
8. Degitu Azimeraw ETH 2:20:59
VCM News / Jörg Wenig, AM